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Führungskräfteentwicklung

Offboarding-Checkliste: Mitarbeitende professionell verabschieden

Ein Austritt ist mehr als ein administrativer Vorgang. Er ist ein Moment, in dem Führung sichtbar wird – für die ausscheidende Person, für das Team und für die Organisation insgesamt. Hier entscheidet sich, ob ein Arbeitsverhältnis sauber endet oder mit Reibungsverlusten nachwirkt – oder ob eine Tür bewusst offenbleibt. Denn professionell geführte Exit Gespräche tragen dazu bei, dass ehemalige Mitarbeitende dem Unternehmen positiv verbunden bleiben und unter Umständen sogar zurückkehren. In diesem Artikel erfahren Sie, warum das Offboarding der Mitarbeiter häufig unterschätzt wird, welche Rolle das Exit Gespräch dabei spielt und wie eine strukturierte Offboarding-Checkliste Führungskräften hilft, Abschiede professionell, wertschätzend und wirksam zu gestalten.

Christoph Gredel Gründer changeXperten

Christoph Gredel

Offboarding Checkliste: Mitarbeitende professionell verabschieden

Warum Offboarding mehr ist als ein letztes Gespräch

Offboarding wird in vielen Unternehmen vor allem als notwendige Pflicht verstanden. Zwischen Kündigung, Übergaben und letzter Gehaltsabrechnung geht es häufig darum, Prozesse abzuschließen und offene Punkte abzuhaken. Was dabei oft unterschätzt wird: Diese Phase hat Einfluss auf viele Ebenen im Team– auf Motivation, Vertrauen und die Kultur. Wer den Abschied nur administrativ denkt, verschenkt eine strategische Führungsmöglichkeit.

Den letzten Eindruck professionell gestalten

Der letzte Eindruck wirkt länger, als viele glauben. Er prägt, wie Mitarbeitende ihre gesamte Zeit im Unternehmen rückblickend bewerten. Selbst viele Jahre konstruktiver Zusammenarbeit können durch einen unstrukturierten oder distanzierten Abschied unnötig relativiert werden. Umgekehrt kann ein bewusst gestalteter Abschluss selbst in anspruchsvollen Situationen ein starkes Signal senden.

Genau hier zeigt sich starke Führung.

Ein professioneller Abschluss umfasst mehr als organisatorische Schritte. Er braucht Klarheit, Haltung und persönliche Präsenz. Dazu gehören insbesondere:

  • Persönliche Gespräche über Erfahrungen, Erfolge und Herausforderungen
  • Klare Kommunikation der nächsten Schritte für die ausscheidende Person und das Team
  • Dankbarkeit und Anerkennung für die geleistete Arbeit
  • Bewusste Abschiedsrituale, etwa ein kleines Team-Event oder persönliche Worte im Kollegenkreis

Diese Elemente geben Orientierung, schaffen Transparenz und vermitteln Wertschätzung. So wird der Austritt nicht als Bruch in der Beziehung erlebt, sondern als respektvoller Übergang – und genau das bleibt in Erinnerung.

Führungskraft schüttelt Mitarbeiter nah Exitgespräch wertschätzend die Hand

Auswirkungen des Offboarding auf das Team und die Unternehmenskultur

Ein Austritt eines Mitarbeitenden hinterlässt Spuren – nicht nur bei demjenigen, der geht, sondern auch beim Team, das zurückbleibt. Oft beobachten Teammitglieder genau, wie Abschiede ablaufen: Werden Aufgaben klar übergeben? Wird offen kommuniziert? Bleibt das Team in Unsicherheit zurück, kann das Motivation, Vertrauen und Zusammenhalt spürbar schwächen.

Professionell gestaltetes Offboarding bietet hier die Chance, den Übergang aktiv zu begleiten und die Teamdynamik zu stabilisieren. Durch klare Kommunikation, strukturierte Übergaben und das offene Ansprechen von Fragen fühlen sich die verbleibenden Mitarbeitenden gesehen und informiert. So wird der Austritt nicht nur administrativ geregelt, sondern als Moment genutzt, um Transparenz, Sicherheit und eine positive Kultur zu stärken.

Wichtige Maßnahmen, die Führungskräfte dabei unterstützen, sind:

  • Rollen und Verantwortlichkeiten klar kommunizieren – jeder weiß, wer welche Aufgaben übernimmt
  • Wissen systematisch übergeben – Informationen gehen nicht verloren, Projekte laufen nahtlos weiter
  • Offene Fragen klären und Orientierung geben – Unsicherheiten werden reduziert, Teamgefühl stabilisiert
  • Erkenntnisse aus dem Offboarding nutzen – Feedback fließt in Prozesse, Kulturentwicklung und künftige Austritte ein

Mit einer strukturierten Offboarding-Checkliste können Führungskräfte sicherstellen, dass diese Schritte konsequent umgesetzt werden, das Team gestärkt bleibt und die Unternehmenskultur auch in schwierigen Momenten sichtbar gelebt wird.

Führungskraft verabschiedet sich von Mitarbeiter aufgrund von Unternehmensaustritt

Die wichtigste Grundlage für den Abschluss: Ziel und Haltung im Exit Gespräch

Das Exit Gespräch ist der zentrale Moment im Offboarding – oft der Moment, auf den sich Führungskräfte am wenigsten vorbereitet fühlen. Es geht nicht darum, Entscheidungen zu rechtfertigen oder die Kündigung zu diskutieren, sondern darum, aufmerksam zuzuhören, zu verstehen und wertschätzend zu reflektieren.

Wer dieses Gespräch bewusst gestaltet, legt den Grundstein dafür, dass Mitarbeitende den Austritt positiv erleben und das Unternehmen mit einem guten Gefühl verlassen. Studien zeigen, dass Exit Gespräche besonders aussagekräftig sind, wenn sie vertraulich, ohne Druck und mit einer offenen Haltung geführt werden.

Führungskräfte sollten dabei folgende Aspekte im Blick behalten:

  • Offene, respektvolle Haltung: Signalisieren, dass Feedback willkommen ist und ernst genommen wird
  • Klare Zielsetzung: Definieren, welche Informationen relevant sind und welche Themen besprochen werden sollen
  • Transparenz: Mitarbeitende wissen, wie ihre Rückmeldungen verwendet werden und welche Konsequenzen sie haben

Nur so entstehen Gespräche, die sowohl valide Erkenntnisse liefern als auch die Beziehung professionell abschließen.

Führungskraft führt Offboarding Gespräch mit Mitarbeiterin

Inhalte, die das Exit Gespräch abdecken sollte

Ein Exit Gespräch sollte systematisch vorbereitet und strukturiert durchgeführt werden. Es geht weit über eine reine Leistungsbewertung hinaus: Die Ausscheidenden haben die Chance, wertvolles Feedback zu geben, und die Führungskraft kann so wichtige Erkenntnisse für das Unternehmen gewinnen. Eine sorgfältige Vorbereitung sorgt dafür, dass beide Seiten den Austausch konstruktiv erleben.

1. Gründe für den Austritt und Verbesserungsvorschläge

Zu Beginn des Gesprächs steht die Klärung der Austrittsgründe im Mittelpunkt. Dabei geht es nicht nur um persönliche Motive, sondern auch um strukturelle oder organisatorische Faktoren, die verbessert werden können. Führungskräfte sollten gezielt nachfragen, um ein vollständiges Bild zu erhalten.

Statt allgemeiner Themenlisten helfen konkrete Fragen:

  • Welche Gründe haben Sie dazu bewegt, das Unternehmen zu verlassen?
  • Gab es Situationen oder Faktoren, die Ihre Entscheidung besonders beeinflusst haben?
  • Was hätten wir aus Ihrer Sicht anders oder besser machen können?

Die gewonnenen Informationen liefern wertvolle Einsichten für die Organisation und bilden die Grundlage für gezielte Verbesserungsmaßnahmen, zum Beispiel im Bereich Change Management oder Unternehmenskultur.

Mitarbeiterin erläutert im Exitgespräch ihre Gründe für den Austritt

2. Zusammenarbeit, Führung und Teamdynamik reflektieren

Im zweiten Teil des Exit Gesprächs liegt der Fokus auf der Rückmeldung zur Zusammenarbeit, zur Führung und zur Teamdynamik. Mitarbeitende haben hier die Möglichkeit, offen über positive Erfahrungen, Herausforderungen und mögliche Spannungen zu berichten. Durch gezieltes Nachfragen und das Einfordern konkreter Beispiele wird das Feedback greifbar und aussagekräftig.

Wichtige Fragen und Inhalte umfassen:

  • Wie wurde die Führung wahrgenommen? Welche Verhaltensweisen waren unterstützend, welche hinderlich?
  • Wie gut funktionierte die Zusammenarbeit im Team? Gab es strukturelle Hindernisse?
  • Welche Kommunikationswege oder Meetings haben sich als hilfreich oder ineffizient erwiesen?
  • Welche Ideen sehen Sie für Verbesserungen in der Teamarbeit oder in der Führungskultur?

Dieser Abschnitt bietet Führungskräften und der Organisation wertvolle Hinweise, um konkrete Maßnahmen abzuleiten, Prozesse zu optimieren und das Team nachhaltig zu stärken. Ein gut geführtes Gespräch an dieser Stelle kann zudem dazu beitragen, dass zukünftige Austritte positiv beeinflusst werden und das Unternehmen wertvolles Feedback für die Weiterentwicklung nutzt.

Team steht zusammen und schaut sich freundlich an als Zeichen für Zusammenhalt

3. Übergaben und Wissenstransfer organisieren

Ein zentraler Schwerpunkt im Exit Gespräch liegt auf den organisatorischen Aspekten des Austritts. Ein klar strukturierter Plan für die Übergabe von Aufgaben und Wissen verhindert Informationsverlust, erleichtert dem Team den Übergang und sorgt dafür, dass laufende Projekte nahtlos weitergeführt werden können

Zu klärende Punkte können dabei sein:

  • Welche Projekte und Aufgaben müssen noch abgeschlossen oder übergeben werden?
  • Welche Dokumentationen, Zugänge oder Kontakte müssen weitergegeben werden?
  • Gibt es spezielle Hinweise oder Tipps, die dem Team helfen, die Arbeit nahtlos fortzuführen?
  • Wer ist der Nachfolger oder die Ansprechpartnerin für offene Aufgaben?

Führungskräfte sollten diesen Teil mit klaren Vereinbarungen und einem Zeitplan gestalten. Eine Offboarding-Checkliste oder ein unterstützendes Dokument stellt sicher, dass keine Punkte übersehen werden. So gelingt ein professioneller Austritt, das Team bleibt stabil, und wertvolles Wissen wird bewahrt – ein letzter Beitrag der ausscheidenden Mitarbeitenden, der nachhaltig wirkt.

4. Gespräch abschließen und wertschätzend verabschieden

Der Abschluss des Exit Gesprächs ist der Moment, der im Gedächtnis bleibt. Egal, ob Kritik geäußert wurde oder konstruktives Feedback gegeben wurde – das Gespräch sollte stets mit Klarheit, Dank und Respekt beendet werden. Ein wertschätzender Abschluss vermittelt, dass die geleistete Arbeit gesehen wird, und hinterlässt einen positiven Eindruck, der noch lange nachwirken kann

Hilfreiche Fragen und Aussagen können sein:

  • Gibt es noch etwas, das Sie uns zum Abschluss mitgeben möchten?
  • Gibt es Punkte, die wir aus Ihrer Sicht unbedingt weiterverfolgen sollten?
  • Vielen Dank für Ihre engagierte Mitarbeit und die Zusammenarbeit.

Wer diesen Moment bewusst gestaltet, sorgt dafür, dass ehemalige Mitarbeitende als Botschafter des Unternehmens bleiben, die Kultur positiv weitertragen und im besten Fall Türen offenlassen – sei es für ein mögliches Comeback oder eine zukünftige Zusammenarbeit.

Die Offboarding-Checkliste – strukturierte Unterstützung nach dem Wissenstransfer

Nachdem alle Aufgaben übergeben und der Wissenstransfer erfolgreich abgeschlossen sind, wird oft klar: Ein strukturierter Leitfaden macht den gesamten Offboarding-Prozess deutlich einfacher und sicherer. Genau hier setzt unsere Offboarding-Checkliste an. Sie unterstützt Führungskräfte dabei, jeden Schritt des Austrittsprozesses effizient, nachvollziehbar und wertschätzend umzusetzen.

Die Checkliste bündelt die wichtigsten Elemente des Offboardings – vom Exit Gespräch über den Wissenstransfer bis hin zur Teamkommunikation. So wird sichergestellt, dass der Austritt nicht nur professionell abläuft, sondern auch für Mitarbeitende und Teams möglichst positiv erlebt wird.

Vorschau der Offboarding-Checkliste auf Ipad
Vorschau der Offboarding-Checkliste

Sie enthält alle relevanten Schritte und Leitfragen, die Führungskräfte für eine erfolgreiche Umsetzung benötigen, und hilft dabei:

  • den Überblick über administrative Aufgaben und Übergaben zu behalten,
  • Exit Gespräche klar und zielführend zu strukturieren,
  • Feedback und Verbesserungsvorschläge systematisch zu erfassen,
  • die Teamdynamik während und nach dem Austritt zu stabilisieren.

Unsere praxisnahe Offboarding-Checkliste steht kostenlos zum Download bereit, sodass Sie sie sofort im Führungsalltag einsetzen können. Nutzen Sie dieses Werkzeug, um Ihre Offboarding-Prozesse zu professionalisieren und sicherzustellen, dass der letzte Eindruck, den Mitarbeitende von Ihrem Unternehmen erhalten, positiv, wertschätzend und nachhaltig ist.

Offboarding professionell gestalten: Zusammenfassung und Ausblick

Ein gelungenes Offboarding geht weit über die reine Abwicklung administrativer Aufgaben hinaus. Es beginnt beim persönlichen Exit Gespräch, umfasst die reflektierte Rückmeldung zu Zusammenarbeit, Führung und Teamdynamik und schließt die strukturierte Übergabe von Aufgaben und Wissen ein. Wer diese Schritte bewusst plant und mit einer Offboarding-Checkliste begleitet, sorgt nicht nur dafür, dass ausscheidende Mitarbeitende das Unternehmen positiv in Erinnerung behalten, sondern stärkt gleichzeitig Motivation, Vertrauen und Stabilität im verbleibenden Team.

Zur Unterstützung Ihrer Führungsrolle haben wir zudem ein kostenloses Vorlagen-Set für verschiedene Mitarbeitergespräche entwickelt. Nach der Registrierung erhalten Sie fünf praxisnahe Leitfäden für unterschiedliche Gesprächssituationen, die sich direkt im Führungsalltag einsetzen lassen. So sind Sie optimal vorbereitet, um Mitarbeitende wertschätzend zu begleiten und nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.

Für weiterführende Unterstützung bieten wir Führungskräftecoaching und Trainings an. Hier können Sie gezielt Ihre Kompetenzen ausbauen, um Mitarbeitergespräche professionell, sicher und wirkungsvoll zu führen – vom Exit Gespräch bis zu allen zentralen Führungssituationen.

Mitarbeitern und Führungskraft schütteln sich die Hände nach wertschätzendem Offboardinggespräch

Literaturverzeichnis

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Walter, C., & Matar, Z. (2023). Offboarding: Professionell „Auf Wiedersehen “wünschen. In Internationale Fachkräfte für die DACH-Region: Finden, binden und entwickeln in einer Arbeitswelt der Zukunft (pp. 127-131). Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.

Christoph Gredel - Teambuilding Coaches von changeXperten

Über den Autor

Christoph Gredel

Gründer changeXperten | Beratung, Coaching & Training für die erfolgreiche Weiterentwicklung von Organisationen, Teams & Führungskräften: 📈 +65 % höhere Zielerreichung ⏱️+25 % schnellere Umsetzung 💸+220 % ROI