Inhaltsverzeichnis

Führungskräfteentwicklung

Vom Mitarbeiter zur Führungskraft: Der anspruchsvollste Rollenwechsel im Unternehmen

Gestern noch Teil des Teams, heute verantwortlich für Entscheidungen, Ergebnisse und Menschen – der Schritt vom Mitarbeiter zur Führungskraft gehört zu den größten Veränderungen im Berufsleben. Viele neue Führungskräfte merken schnell: Fachliche Stärke allein reicht plötzlich nicht mehr. Dieser Artikel zeigt, warum der Rollenwechsel so herausfordernd ist, welche typischen Stolpersteine auftreten und wie Sie den Übergang bewusst, klar und wirksam gestalten können.

Christoph Gredel Gründer changeXperten

Christoph Gredel

Ehemalige Kollegen schütteln neuer Führungskraft die Hand

Warum der Schritt vom Mitarbeiter zur Führungskraft so oft unterschätzt wird

Der Rollenwechsel vom Mitarbeiter zur Führungskraft wirkt nach außen häufig logisch und konsequent, ist in der Realität aber einer der anspruchsvollsten Entwicklungsschritte im Berufsleben. Er verändert nicht nur Aufgaben, sondern vor allem Erwartungen, Beziehungen und das eigene Selbstverständnis. Viele neue Führungskräfte merken erst im Alltag, dass sie plötzlich an ganz anderen Stellen gefordert sind als zuvor. Genau hier liegt der Grund, warum dieser Schritt so oft unterschätzt wird – von Unternehmen ebenso wie von den Betroffenen selbst.

Die persönliche Herausforderung: Wenn Fachkompetenz plötzlich nicht mehr reicht

Eine der größten Überraschungen für neue Führungskräfte ist, dass bisherige Erfolgsrezepte nur noch bedingt funktionieren. Als Mitarbeiter wurden sie meist wegen ihrer fachlichen Stärke, Verlässlichkeit oder Problemlösefähigkeit geschätzt. Mit dem Schritt vom Kollegen zum Vorgesetzten verschiebt sich der Fokus jedoch radikal.

Plötzlich geht es weniger darum, selbst Lösungen zu liefern, sondern darum, andere zu befähigen. Viele Führungskräfte berichten uns, dass sie sich anfangs zwischen zwei Welten fühlen: Sie wissen, wie man Aufgaben effizient erledigt, sollen diese Kompetenz aber loslassen. Gleichzeitig fehlt oft noch die Sicherheit in klassischen Führungsthemen wie Erwartungsklärung, Feedback oder Priorisierung.

Typische innere Fragen in dieser Phase sind:

  • "Wann greife ich ein – und wann halte ich mich bewusst zurück?“
  • „Wie klar darf oder muss ich führen, ohne autoritär zu wirken?“
  • „Woran werde ich jetzt eigentlich gemessen – an Ergebnissen oder an meinem Führungsverhalten?“

Ohne bewusste Auseinandersetzung entsteht schnell ein Gefühl von Überforderung oder innerem Druck. Führung wird dann als zusätzliche Belastung erlebt, statt als gestaltbare Rolle.

Führungskraft telefoniert und fasst sich gestresst an die Stirn

Vom Kollegen zum Vorgesetzten: Wenn Beziehungen neu sortiert werden müssen

Der Übergang vom Kollegen zum Vorgesetzten verändert bestehende Beziehungen grundlegend – oft schleichend, aber mit großer Wirkung. Zusammenarbeit, die zuvor von Gleichrangigkeit und informellem Austausch geprägt war, bekommt eine neue Qualität. Entscheidungen, Aussagen und auch Zurückhaltung werden plötzlich anders interpretiert, weil sich die Rolle der Führungskraft verändert hat – unabhängig davon, ob sie aktiv thematisiert wird oder nicht.

Viele neue Führungskräfte versuchen in dieser Phase, Kontinuität zu bewahren und möglichst wenig an bestehenden Beziehungen zu verändern. Nähe soll erhalten bleiben, Konflikte vermieden werden, der Alltag möglichst reibungslos weiterlaufen. Genau dieser gut gemeinte Ansatz führt jedoch häufig dazu, dass Rollen unklar bleiben und Erwartungen nicht offen ausgesprochen werden.

Das zeigt sich im Team oft in typischen Mustern:

  • Unklare Rollenbilder, weil nicht klar ist, wann Führung greift und wann Kollegialität gilt
  • Getestete Grenzen, um auszuloten, wie verbindlich Entscheidungen tatsächlich sind
  • Verdeckte Irritationen, wenn alte Verhaltensweisen nicht mehr zur neuen Rolle passen

Ohne bewusste Neuausrichtung entstehen Interpretationen statt Orientierung. Mitarbeitende füllen die entstehenden Lücken mit eigenen Annahmen – und diese fallen selten zugunsten der neuen Führungskraft aus. Führung wirkt dann inkonsistent, obwohl eigentlich Sicherheit entstehen sollte.

Entscheidend ist deshalb, Beziehungen nicht unverändert fortzuführen, sondern sie aktiv neu zu definieren. Der Rollenwechsel vom Mitarbeiter zur Führungskraft verlangt keine Distanz, sondern Klarheit. Wer diesen Schritt bewusst gestaltet, schafft Verlässlichkeit, reduziert Reibung und legt die Grundlage für Vertrauen in der neuen Führungsrolle.

Vorgesetzte checkt Arbeit ihres Teams

Die organisatorische Falle: Wenn der Rollenwechsel nicht begleitet wird

Ein weiterer Grund, warum der Schritt vom Mitarbeiter zur Führungskraft unterschätzt wird, liegt in den Strukturen vieler Unternehmen. Die Beförderung ist schnell entschieden, die operative Übergabe oft sauber geregelt – doch die Führungsrolle selbst bleibt diffus.

Neue Führungskräfte hören dann Sätze wie:

  • „Das spielt sich noch ein.“
  • „Sie machen das schon.“
  • „Andere haben das auch ohne Unterstützung geschafft.“

Was fehlt, ist eine bewusste Begleitung des Rollenwechsels. Keine Klarheit über Erwartungen, keine Zeit für Reflexion, keine Unterstützung bei schwierigen Gesprächen. Führung wird damit zur individuellen Bewährungsprobe statt zu einer systematisch entwickelten Kompetenz.

Gerade in dieser Phase entstehen Muster, die sich später nur mühsam korrigieren lassen: Konfliktvermeidung, Mikromanagement oder übermäßige Anpassung an das Team. Dabei wäre genau hier der richtige Zeitpunkt, Führung bewusst aufzubauen – mit klarer Rolle, stabiler Haltung und realistischen Erwartungen.

Vorgesetzter begleitet Mitarbeiterin in ihrer Transformation zur Führungskraft

Führung bewusst gestalten, statt einfach hineinzuwachsen

Der Schritt vom Mitarbeiter zur Führungskraft gelingt dann besonders gut, wenn Führung nicht dem Zufall überlassen wird. Wer darauf hofft, dass sich Sicherheit, Autorität und Klarheit „mit der Zeit ergeben“, zahlt dafür oft einen hohen Preis – mit Unsicherheit, Reibung im Team oder unnötigem Druck auf sich selbst. Erfolgreiche Führung entsteht dort, wo neue Führungskräfte ihre Rolle aktiv definieren und bewusst gestalten. Nicht perfekt, aber klar.

Dabei geht es weniger um schnelle Techniken als um innere Haltung, Reflexion und konsequentes Handeln im Alltag. Führung beginnt immer bei der eigenen Orientierung – und genau dort setzen die wirksamsten Hebel an.

Die innere Führungsrolle entwickeln: Haltung vor Handlung

Die innere Führungsrolle entsteht nicht durch Titel oder Ernennung, sondern durch bewusste innere Arbeit. Der Übergang vom Mitarbeiter zur Führungskraft verlangt, die eigene Denk- und Entscheidungslogik zu verändern. Solange Führungskräfte innerlich noch aus der Fachrolle heraus agieren, bleibt Führung instabil – selbst, wenn sie nach außen souverän wirkt.

Ein zentraler Schritt ist, Verantwortung neu zu definieren. Führungskräfte müssen sich klar machen, dass ihr Erfolg nicht mehr primär an eigener Leistung gemessen wird, sondern an der Wirksamkeit anderer. Das bedeutet, Kontrolle abzugeben, Entscheidungen nicht ständig selbst zu korrigieren und Ergebnisse zu akzeptieren, die anders entstehen als im eigenen Kopf geplant.

Konkret lässt sich diese innere Führungsrolle entwickeln, indem Führungskräfte regelmäßig an drei Punkten arbeiten:

  • Entscheidungsverantwortung bewusst annehmen: Entscheidungen nicht vertagen, um Zustimmung zu sichern, sondern tragfähige Lösungen vertreten – auch bei Widerstand. Führung heißt, Orientierung zu geben, nicht Mehrheiten zu sammeln.
  • Eigene Antreiber reflektieren: Viele neue Führungskräfte stehen unter dem inneren Druck, sich beweisen zu müssen. Wer erkennt, wann Perfektionismus, Harmoniebedürfnis oder Kontrollwille steuern, gewinnt Handlungsspielraum.
  • Unklarheit aushalten lernen: Führung bedeutet, nicht auf jede Frage sofort eine Antwort zu haben. Innere Stabilität entsteht dort, wo Unsicherheit nicht reflexhaft mit Aktionismus überspielt wird.

Diese innere Arbeit ist kein einmaliger Schritt, sondern ein fortlaufender Prozess. Führungskräfte, die sich regelmäßig Zeit für Reflexion nehmen – etwa durch Sparring, Coaching oder gezielte Selbstreflexion – entwickeln eine klare innere Position. Genau diese innere Klarheit ist die Voraussetzung dafür, dass Führung später nach außen ruhig, souverän und verlässlich wirkt.

Neue Führungskraft schaut nachdenklich zur Seite und reflektiert innere Haltung

Führung wirksam positionieren: Rahmen, Spielregeln und Verbindlichkeit schaffen

Der erfolgreiche Übergang vom Mitarbeiter zur Führungskraft entscheidet sich nicht nur im Inneren der Führungskraft, sondern vor allem sichtbar im Arbeitsalltag. Teams orientieren sich weniger an guten Absichten als an klaren Strukturen, Entscheidungen und konsequentem Verhalten. Führung wird dort glaubwürdig, wo sie im täglichen Arbeiten erlebbar ist.

Wirksame Führung zeigt sich darin, wie Arbeit organisiert, Prioritäten gesetzt und Zusammenarbeit gestaltet wird. Bleiben Prozesse, Entscheidungswege und Erwartungen unverändert aus der Zeit als Mitarbeiter, entsteht schnell der Eindruck, dass sich an der Rolle eigentlich nichts geändert hat. Verbindlichkeit bleibt dann vage, Verantwortung diffus.

Konkret wird Führung durch klare Setzungen, zum Beispiel:

  • Arbeits- und Entscheidungsprozesse, die Verantwortlichkeiten eindeutig regeln
  • Spielregeln der Zusammenarbeit, etwa zu Abstimmung, Feedback und Verlässlichkeit
  • Konsequentes Nachhalten, damit Vereinbarungen nicht folgenlos bleiben

Diese äußere Positionierung ersetzt keine Beziehung, sie stabilisiert sie. Mitarbeitende erleben Führung nicht als Kontrolle, sondern als Orientierung. Genau dadurch wächst Akzeptanz für die Entwicklung vom Mitarbeiter zur Führungskraft – nicht durch Erklärungen, sondern durch konsequentes, nachvollziehbares Handeln.

Erwartungen von oben klären: Führung braucht Rückendeckung

Ein häufig unterschätzter Erfolgsfaktor beim Übergang vom Mitarbeiter zur Führungskraft ist die Erwartungsklärung mit der eigenen Führungskraft. Viele neue Führungskräfte richten ihren Blick früh auf das Team, während die Beziehung nach oben implizit bleibt. Genau dort entstehen jedoch Unsicherheiten, die sich später direkt auf das eigene Führungsverhalten auswirken.

Bleiben Erwartungen unausgesprochen, fehlt Orientierung. Neue Führungskräfte wissen dann oft nicht, woran sie tatsächlich gemessen werden oder welche Prioritäten im Zweifel gelten. Das erhöht den inneren Druck und führt dazu, dass Führung zwischen Anpassung und Durchsetzung schwankt.

Wirksame Führung braucht an dieser Stelle klare Rückendeckung. Führungskräfte, die ihre Rolle früh mit ihrer eigenen Führungskraft klären, gewinnen Sicherheit im Handeln. Entscheidungen lassen sich klarer vertreten, Konflikte im Team werden nicht personalisiert, und Führung wirkt konsistenter.

Hilfreich ist es, frühzeitig über zentrale Fragen zu sprechen, zum Beispiel:

  • Welche Erwartungen sind mit der neuen Führungsrolle konkret verbunden?
  • Wo besteht Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum, wo nicht?
  • Welche Veränderungen sollen kurzfristig sichtbar werden?
  • Welche Unterstützung ist in der Anfangsphase vorgesehen?

Solche Gespräche schaffen keine zusätzlichen Anforderungen, sondern Orientierung. Sie entlasten neue Führungskräfte und sorgen dafür, dass Führung nicht zwischen Team und Organisation zerrieben wird, sondern als verbindende Rolle wirksam werden kann.

Neue Führungskraft klärt Erwartungshaltung mit Vorgesetztem

Führung im ehemaligen Team: Wenn alte Rollen nicht einfach verschwinden

Führung im ehemaligen Team gehört zu den anspruchsvollsten Situationen im Übergang vom Mitarbeiter zur Führungskraft. Bestehende Beziehungen, gemeinsame Geschichte und informelle Rollen wirken weiter – auch wenn sich die formale Rolle verändert hat. Genau diese Mischung macht Führung in diesem Kontext so sensibel und konfliktanfällig.

Viele Probleme entstehen nicht durch offene Ablehnung, sondern durch unausgesprochene Erwartungen, alte Gewohnheiten und Unsicherheit auf beiden Seiten. Wer diese Dynamiken unterschätzt, gerät schnell in eine Rolle, die weder klar führt noch echte Kollegialität ermöglicht.

Typische Spannungsfelder bei Führung im ehemaligen Team

Im ehemaligen Team treffen alte Muster auf neue Anforderungen. Mitarbeitende vergleichen Entscheidungen mit früherem Verhalten, interpretieren Aussagen vor dem Hintergrund gemeinsamer Vergangenheit und reagieren sensibel auf jede Form von Ungleichbehandlung. Führung wird dadurch stärker beobachtet und schneller bewertet als in neu zusammengestellten Teams.

Häufig zeigen sich dabei wiederkehrende Spannungsfelder:

  • Ungleichbehandlung wird vermutet, selbst wenn Entscheidungen sachlich begründet sind
  • Alte Loyalitäten wirken nach, etwa zu einzelnen Kolleginnen oder Kollegen
  • Grenzen werden getestet, um auszuloten, wie verbindlich die neue Rolle tatsächlich ist

Diese Dynamiken sind normal, werden aber problematisch, wenn sie nicht bewusst bearbeitet werden. Ohne klare Führung entsteht schnell der Eindruck von Unsicherheit oder Inkonsequenz – selbst dann, wenn die Führungskraft fachlich überzeugt.

Team sitzt am Meetingisch und schaut aufmerksam nach vorne zur Führungskraft

Wenn Führung persönlich wird: Nähe, Distanz und emotionale Fallstricke

Der Wandel vom Kollegen zum Vorgesetzten im ehemaligen Team ist emotional anspruchsvoll, weil frühere Nähe nicht einfach verschwindet. Gemeinsame Erfahrungen, vertraute Gespräche und gewachsene Beziehungen wirken weiter – auch dann, wenn sich die formale Rolle klar verändert hat. Entscheidungen und Rückmeldungen werden deshalb stärker personalisiert und weniger sachlich gelesen.

Auf Seiten der Führungskraft entsteht häufig ein innerer Konflikt. Einerseits besteht der Anspruch, klar zu führen und Verantwortung zu übernehmen, andererseits der Wunsch, Beziehungen nicht zu belasten oder alte Loyalitäten zu verletzen. Um diese Spannung auszuhalten, wird Führung im Alltag oft vorsichtiger gelebt, als es die Situation eigentlich erfordert.

Das zeigt sich insbesondere darin, dass:

  • kritische Themen zu spät angesprochen werden, um Irritationen zu vermeiden
  • Erwartungen bewusst weich formuliert werden, statt Klarheit zu schaffen
  • Konflikte indirekt bestehen bleiben, statt offen bearbeitet zu werden

Was kurzfristig entlastend wirkt, erzeugt langfristig Unsicherheit. Mitarbeitende orientieren sich weniger an Führung, sondern an eigenen Interpretationen. Beziehungen verlieren an Klarheit, weil das, was eigentlich Führung braucht, nicht ausgesprochen wird.

Gerade in dieser Konstellation wird deutlich, dass Führung im ehemaligen Team besondere Kompetenzen verlangt: klare Kommunikation, bewusste Abgrenzung und den Mut, Spannungen frühzeitig konstruktiv aufzugreifen. Nur so bleibt Nähe möglich, ohne dass Führung an Wirksamkeit verliert.

„Vom Mitarbeiter zur Führungskraft“-Seminar: Gezielte Unterstützung für eine sensible Rolle

Genau an diesem Punkt setzen „Vom Mitarbeiter zur Führungskraft“-Seminare an. Sie bieten einen geschützten Raum, um die besonderen Herausforderungen der Führung im ehemaligen Team zu reflektieren und konkrete Handlungsoptionen zu entwickeln. Entscheidend ist dabei, dass diese Seminare nicht nur allgemeine Führungsmodelle vermitteln, sondern die spezifische Situation ehemaliger Kollegialität in den Mittelpunkt stellen.

Coach führt „Vom Mitarbeiter zur Führungskraft“-Seminar durch

Wie solche Seminare aufgebaut sind

Wirksame “Vom Kollegen zum Vorgesetzten”-Seminare sind bewusst praxisnah konzipiert. Sie setzen nicht bei theoretischen Führungsmodellen an, sondern bei den realen Situationen, in denen neue Führungskräfte täglich stehen: schwierige Gespräche mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, Unsicherheit in der eigenen Rolle oder Spannungen im Team, die sich nicht „nebenbei“ lösen lassen. Ziel ist es, Führung erlebbar, verständlich und handhabbar zu machen.

Ein zentraler Bestandteil dieser Seminare ist die systematische Verbindung von Selbstreflexion und konkretem Führungsverhalten. Führungskräfte arbeiten an ihrer Haltung, übersetzen diese aber gleichzeitig in klare Handlungsoptionen für den Alltag. Dadurch entsteht kein abstraktes Führungsverständnis, sondern ein persönlicher, tragfähiger Führungsstil.

Typische Elemente solcher „Vom Kollegen zum Vorgesetzten“-Seminare sind:

  • Reflexion der eigenen Rolle im ehemaligen Team, um innere Konflikte, Loyalitäten und Erwartungen bewusst einzuordnen
  • Analyse konkreter Führungssituationen, in denen Nähe, Distanz oder Autorität herausfordernd werden
  • Erarbeitung klarer Gesprächs- und Entscheidungsstrategien, die auch in emotional aufgeladenen Situationen Orientierung geben

Durch diesen Aufbau entsteht Sicherheit im Umgang mit heiklen Führungssituationen. Führungskräfte verlassen das Seminar nicht mit allgemeinen Tipps, sondern mit einem klaren Verständnis dafür, wie sie in ihrem eigenen Team wirksam handeln können – ohne sich zu verbiegen oder künstlich zu wirken.

Was Führungskräfte konkret aus diesen Seminaren mitnehmen

Der Mehrwert von “Vom Mitarbeiter zur Führungskraft”-Seminaren zeigt sich dort, wo Führung im Alltag bisher schwierig war. Die Seminare setzen genau an den Situationen an, in denen neue Führungskräfte ins Stocken geraten, und übersetzen Führung in klare, handhabbare Schritte. Das Ergebnis ist keine „neue Technik“, sondern spürbare Sicherheit im eigenen Führungsverhalten.

4 Learnings aus "Vom Mitarbeiter zur Führungskraft"-Seminaren
4 Learnings aus "Vom Mitarbeiter zur Führungskraft"-Seminaren

1. Klarheit über die eigene Führungsrolle
Führungskräfte entwickeln ein klares Verständnis davon, wie sie ihre Rolle im ehemaligen Team ausfüllen wollen. Sie lernen, Nähe bewusst zu gestalten, ohne Führungsverantwortung zu verwässern, und gewinnen innere Sicherheit darin, Entscheidungen zu vertreten – auch dann, wenn sie nicht überall auf Zustimmung stoßen.

2. Struktur für schwierige Gespräche
Die Teilnehmenden erarbeiten konkrete Gesprächsstrukturen für kritische Situationen, etwa bei Feedback, Leistungsklärung oder Konflikten. Dadurch werden Gespräche nicht länger aufgeschoben oder entschärft, sondern klar, respektvoll und zielorientiert geführt. Um Sie schon jetzt zu unterstützen, haben wir ein kostenloses Vorlagen-Set für diverse Mitarbeitergespräche entwickelt, dass Sie sich herunterladen und direkt in der Praxis nutzen können.

Kostenlose Vorlage Konfliktgespräch Vorschau

Kostenloses Vorlagen-Set für Mitarbeitergespräche

Check Schritt-für-Schritt-Anleitungen
Check Konkrete Formulierungshilfen
Check Beispielszenarien zur Vorbereitung

3. Souveräner Umgang mit Konflikten im ehemaligen Team
Führungskräfte lernen, Spannungen frühzeitig zu erkennen und konstruktiv zu bearbeiten, bevor sie sich verfestigen. Konflikte werden nicht mehr als persönliches Scheitern erlebt, sondern als normaler Bestandteil von Führung verstanden und aktiv gestaltet.

4. Erweiterter Handlungsspielraum im Führungsalltag
Durch Reflexion und Austausch entsteht ein breiteres Repertoire an Handlungsoptionen. Führungskräfte reagieren weniger aus Unsicherheit oder Gewohnheit, sondern bewusst und situationsangemessen. Führung wird dadurch planbarer, wirksamer und emotional deutlich entlastender.

Diese vier Effekte sorgen dafür, dass Führung im ehemaligen Team nicht zur Dauerbelastung wird, sondern zu einer tragfähigen Rolle heranwächst – mit Klarheit, Stabilität und Vertrauen auf beiden Seiten.

Vom Mitarbeiter zur Führungskraft – bewusst gestalten statt stolpern

Der Schritt vom Mitarbeiter zur Führungskraft ist mehr als eine formale Beförderung. Er verändert Rollen, Beziehungen und Erwartungen und stellt neue Führungskräfte vor Herausforderungen, die oft unterschätzt werden. Wer diesen Übergang nicht bewusst gestaltet, gerät leicht in Unsicherheit, vermeidet notwendige Klarheit oder erlebt Führung als unnötig anstrengend – besonders im ehemaligen Team, wo Nähe, alte Muster und neue Anforderungen aufeinandertreffen.

Genau hier setzen “Vom Mitarbeiter zur Führungskraft”-Seminare an. Sie helfen, typische Herausforderungen einzuordnen, innere Sicherheit zu gewinnen und die eigene Führungsrolle klar auszufüllen. Seminare schaffen Orientierung, entfalten ihre Wirkung jedoch vor allem dann, wenn sie mit begleitenden Formaten kombiniert werden und Führung im Alltag weiter reflektiert wird.

Wir begleiten Führungskräfte in genau diesen Übergängen – mit praxisnahen Führungskräfte-Trainings und individuellem Führungskräfte-Coaching für neue Führungskräfte. Ziel ist es, Führung nicht nur zu vermitteln, sondern nachhaltig wirksam zu verankern. Wenn Sie den Schritt vom Kollegen zum Vorgesetzten bewusst gestalten möchten, lohnt es sich, diesen Weg nicht allein zu gehen.

Führung ist lernbar – und sie wird deutlich leichter, wenn Klarheit, Struktur und Unterstützung zusammenkommen.

Team akzeptiert neue Führungskraft und hört ihr aufmerksam zu

Literaturverzeichnis

Gremmers, U. (2008). Neu als Führungskraft. So werden Sie ein guter Vorgesetzter, 5.

Häring, K., & Litzcke, S. (Eds.). (2017). Führungskompetenzen lernen: Eignung, Entwicklung, Aufstieg. Schäffer-Poeschel.

Jachtchenko, W. (2020). Die 5 Rollen einer Führungskraft I 3. Remote Verlag.

Kunz, G. C. (2019). Vom Mitarbeiter zur Führungskraft: die erste Führungsaufgabe erfolgreich übernehmen (Vol. 50966). CH Beck.

Lüneburg, A. (2019). Auf Dem Weg Zur Führungskraft. Springer Fachmedien Wiesbaden.

Mell, H. (2005). Spielregeln für Beruf und Karriere: Erfolg als Mitarbeiter und Führungskraft. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg.

Posé, U. (2016). Von der Führungskraft zur Führungspersönlichkeit: Vom Wert einer Vertrauens-und Verantwortungskultur. Springer-Verlag.

Schreyögg, A. (2008). Coaching für die neu ernannte Führungskraft. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Stöwe, C., & Keromosemito, L. (2007). Vom Kollegen zum Vorgesetzten: wie Sie sich als Führungskraft erfolgreich positionieren. Wiesbaden: Gabler.

Witwer, G. (2011). Entwicklungsprozess vom Mitarbeiter zur Führungskraft im expertendominierten, technischen Arbeitsumfeld. diplom. de.

Christoph Gredel Gründer changeXperten

Über den Autor

Christoph Gredel

Gründer changeXperten | Beratung, Coaching & Training für die erfolgreiche Weiterentwicklung von Organisationen, Teams & Führungskräften: 📈 +65 % höhere Zielerreichung ⏱️+25 % schnellere Umsetzung 💸+220 % ROI